Vitiligo (Weißfleckenkrankheit)
Vitiligo (Weißfleckenkrankheit)
Was ist das?
Vitiligo ist eine erworbene Erkrankung, bei der die pigmentbildenden Zellen der Haut, die Melanozyten, verloren gehen oder kein Pigment mehr produzieren. Dadurch entstehen weiße Hautflecken. Die häufigste Form beruht auf einer fehlgeleiteten Reaktion des Immunsystems gegen die eigenen Pigmentzellen. Vitiligo ist weder ansteckend noch gefährlich, kann aber eine erhebliche seelische und soziale Belastung verursachen.
Wie erkenne ich sie?
Es entstehen scharf begrenzte, milchig-weiße Flecken, häufig an Händen, Gesicht, um Körperöffnungen, Ellenbogen, Knien oder im Genitalbereich. Auch Haare innerhalb der Flecken können weiß werden. Die Flecken können über lange Zeit unverändert bleiben oder sich innerhalb kurzer Zeit ausbreiten.
Welche Diagnostik macht ein guter Arzt?
Meist erkennt der Hautarzt die Erkrankung bereits bei der Untersuchung. Mit einer speziellen Wood-Lampe lassen sich die pigmentfreien Stellen genauer sichtbar machen. Wichtig sind außerdem die Einordnung der Vitiligoform, die Beurteilung, ob die Erkrankung gerade aktiv ist, und eine Dokumentation der Ausdehnung, beispielsweise durch Fotos. Zur guten Diagnostik gehört auch der Einsatz von Scores und Patientenfragebögen, mit denen der Schweregrad gemessen wird. Je nach Krankengeschichte sollte nach begleitenden Autoimmunerkrankungen, insbesondere Schilddrüsenerkrankungen, gesucht werden. Eine Hautprobe ist nur selten notwendig. Bei einer geplanten innerlichen Behandlung können Blutwerte aber notwendig sein.
Wie wird sachgerecht behandelt?
Vitiligo ist heute behandelbar. Je nach Alter, Körperstelle, Ausdehnung und Aktivität werden entzündungshemmende Cremes, insbesondere Kortikosteroide oder Calcineurinhemmer, eingesetzt. Als speziell zugelassene Arzneimitteltherapie steht für bestimmte Patienten auch eine Creme mit dem JAK-Hemmer Ruxolitinib zur Verfügung. Bei größerer Ausdehnung ist die Schmalband-UVB-Lichttherapie eine wichtige Behandlung. Bei größerer Ausdehnung und rasch fortschreitender Vitiligo können zusätzliche innerliche Therapien notwendig werden. Zugelassen ist dafür das Tabletten-Medikament Upadacitinib, das auch bei Neurodermitis und rheumatischen Erkrankungen eingesetzt wird.
Was kann ich selbst tun?
Weiße Haut besitzt kaum natürlichen Sonnenschutz. Deshalb Sonnenbrand vermeiden und konsequent Sonnenschutz verwenden. Kosmetische Camouflage oder Selbstbräuner können Farbunterschiede ausgleichen. Verlauf und Therapieerfolg lassen sich mit standardisierten Fotos gut dokumentieren. Von nicht belegten „Wundermitteln“ und Nahrungsergänzungen ist abzuraten.
Gibt es eine Leitlinie?
Ja. Seit August 2026 gibt es die neue deutsche S2k-Leitlinie „Diagnostik und Therapie der Vitiligo“ (AWMF 013-093). Sie ist bis 2031 gültig.
Wo informiere ich mich weiter?
Eine besonders gute Anlaufstelle ist der Deutsche Vitiligo-Bund e.V., der Informationen, Patientenratgeber und Selbsthilfegruppen anbietet. Weitere Patientennetzwerke finden sich beim Netzwerk Autoimmunerkrankter (NIK e.V.). Auch gesund.bund.de und die DDG informieren über Vitiligo.