Psoriasis (Schuppenflechte)
Psoriasis (Schuppenflechte)
Was ist das?
Psoriasis ist eine chronisch-entzündliche, nicht ansteckende Erkrankung der Haut, die oft auch mit Entzündungen an anderen Organen einhergeht. Sie kommt in allen Altersgruppen vor, häufiger aber bei älteren Erwachsenen. Das Immunsystem ist aufgrund einer erblichen Veranlagung überaktiv und löst Entzündungen an typischen Körperstellen aus. Auch Nägel und Gelenke sind oft betroffen.
Wie erkenne ich sie?
Typisch sind scharf begrenzte, rote, verdickte und häufig silbrig schuppende Hautstellen. Besonders oft finden sie sich an Ellenbogen, Knien, Kopfhaut oder Rücken. Auch Hautfalten, Genitalbereich, Hände, Füße und Nägel können betroffen sein. Juckreiz ist häufig. Schmerzen und Schwellungen an Gelenken oder eine ausgeprägte Morgensteifigkeit können auf eine Psoriasis-Arthritis hinweisen und sollten immer angesprochen werden.
Welche Diagnostik macht ein guter Arzt?
Zur Diagnosestellung genügt für den erfahrenen Dermatologen die Untersuchung der Haut; eine Gewebeprobe ist nur bei unklaren Befunden notwendig. Ein guter Arzt bestimmt den Schweregrad und die Belastung für den Patienten mit Scores und Fragebögen und untersucht alle Körperstellen inklusive der Genitalzone und den Nägeln. Auch Beschwerden an den Gelenken werden mit erfragt. Außerdem sollte nach wichtigen Begleiterkrankungen wie Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes, erhöhten Blutfetten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depression gefragt werden. Bei einer geplanten innerlichen Behandlung können spezielle Blutwerte notwendig sein.
Wie wird sachgerecht behandelt?
Bei leichter Psoriasis reichen häufig Cremes oder Salben, insbesondere mit Kortison und Vitamin-D-Abkömmlingen. Bei stärkerem Befall kommen UV-Lichtbehandlung und Medikamente zum Einnehmen oder Spritzen (Systemtherapien) infrage. Die UV-Lichttherapie wird nur noch selten durchgeführt, ist aber durchaus wirksam. Für die systemische (innerliche) Behandlung stehen sowohl konventionelle Arzneimittel wie Methotrexat oder Fumarsäureester als auch moderne zielgerichtete Medikamente und zahlreiche Biologika zur Verfügung. In schweren Fällen werden diese nach Leitlinie frühzeitig gegeben. Mit den heutigen Therapien kann bei den meisten Patienten eine nahezu oder vollständig erscheinungsfreie Haut erreicht werden. Auch die Lebensqualität normalisiert sich bei guter Behandlung vollständig. Selbst die Entzündung an anderen Organen kann durch die Wahl der richtigen Systemtherapie verbessert werden.
Was kann ich selbst tun?
Die Therapie regelmäßig anwenden und die Haut pflegen. Rauchen möglichst beenden, starkes Übergewicht reduzieren und Alkohol nur maßvoll konsumieren. Wichtig ist auch, Gelenkbeschwerden frühzeitig mitzuteilen. Stress kann Schübe fördern; Bewegung, gute Ernährung und ein insgesamt gesunder Lebensstil sind daher hilfreich.
Gibt es eine Leitlinie?
Ja. Die deutsche S3-Leitlinie „Therapie der Psoriasis vulgaris“ (AWMF 013-001) wurde zuletzt umfangreich aktualisiert. Es gibt auch eine Patientenfassung beim Deutschen Psoriasis Bund (DPB).
Wo informiere ich mich weiter?
Der Deutsche Psoriasis Bund (DPB) bietet gut verständliche und seriöse Informationen. Weitere neutrale Informationen gibt es bei gesund.bund.de, in der Kampagne "Bitte berühren" der Dermatologen, in Form von Einzelberatung bei NIK e.V. sowie im OnlineForum Psoriasisnetz.de