Akne inversa (Hidradenitis suppurativa)

Akne inversa (Hidradenitis suppurativa)

Was ist das?

Die Akne inversa, medizinisch Hidradenitis suppurativa, ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung im Bereich der Haarfollikel. Sie tritt meist an den Achseln, im Schritt sowie im Genital- und Analbereich auf, kann jedoch auch an anderen Stellen vorkommen, wo Haare wachsen. Schon Jugendliche und junge Erwachsene sind oft betroffen, aber die Erkrankung wird vielfach über Jahre nicht erkannt, sondern mit Furunkeln oder sonstigen Abszessen verwechselt. Dementsprechend wird sie häufig lange falsch behandelt und vielfach unnötig operiert. Akne inversa hat trotz ihres Namens wenig mit gewöhnlicher Akne zu tun. Sie entsteht nicht durch mangelnde Hygiene und ist nicht ansteckend. Wiederholte Entzündungen können dauerhaft Fistelgänge und Narben hinterlassen. Der Leidensdruck der Betroffenen ist aufgrund der hohen körperlichen, psychischen und sozialen Belastungen oft extrem hoch.

 

Wie erkenne ich sie?

Typisch sind immer wieder auftretende schmerzhafte Knoten, Abszesse und nässende Stellen, vor allem in Achselhöhlen, Leisten, Gesäßfalte, Genitalbereich oder unter der Brust. Später können Narben und unter der Haut verlaufende ausgedehnte Gänge entstehen. Wiederkehrende vermeintliche „Furunkel“ an diesen Stellen sollten an eine Akne inversa denken lassen.

 

Welche Diagnostik macht ein guter Arzt?

Entscheidend sind Krankengeschichte und Untersuchung der gesamten betroffenen Haut. Der Arzt sollte erfassen, wie viele entzündliche Knoten, Abszesse, Fisteln und Narben vorhanden sind und wie stark Schmerzen und Lebensqualität beeinträchtigt sind. Zur guten Diagnostik gehört auch der Einsatz von Scores und Patientenfragebögen, mit denen der Schweregrad gemessen wird. Abstriche oder Blutuntersuchungen sind nur in bestimmten Situationen erforderlich. Bei einer geplanten innerlichen Behandlung können Blutwerte aber notwendig sein. Begleiterkrankungen und Risikofaktoren, darunter Rauchen, Übergewicht, entzündliche Darmerkrankungen und Gelenkerkrankungen, sollten berücksichtigt werden.

 

Wie wird sachgerecht behandelt?

Die Behandlung hängt stark von Form und Schweregrad ab. Zur Verfügung stehen lokale und systemische entzündungshemmende Behandlungen sowie moderne Biologika. Bestehen dauerhafte Fistelgänge und Narben, ist häufig zusätzlich eine gezielte operative Behandlung erforderlich. Bei schwerer Erkrankung ist die Kombination von Medikamenten und Operation oft besonders sinnvoll. Wichtigste zugelassene Arzneimittel in der Langzeittherapie sind die Biologika.

 

Was kann ich selbst tun?

Frühzeitig dermatologische Hilfe einholen. Entzündete Knoten nicht ausdrücken oder selbst aufstechen. Reibung und sehr enge Kleidung möglichst vermeiden. Bei Rauchern gehört ein Rauchstopp zu den wichtigsten unterstützenden Maßnahmen. Bei Übergewicht kann eine Gewichtsreduktion hilfreich sein. Wunden sollten fachgerecht versorgt werden. Bei starken Schmerzen oder psychischer Belastung sollte auch hierfür aktiv Hilfe gesucht werden.

 

Gibt es eine Leitlinie?

Ja. Die deutsche S2k-Leitlinie „Therapie der Hidradenitis suppurativa/Acne inversa“ (AWMF 013-012) wurde 2024 aktualisiert und ist bis 2029 gültig.

 

Wo informiere ich mich weiter?

Neutrale Basisinformationen bietet gesund.bund.de. Unterstützung und Patientennetzwerke finden sich beispielsweise beim Netzwerk Autoimmunerkrankter (NIK e.V.) sowie über dermatologische Schwerpunktzentren und die DDG.